Warum auch Frauen Gewichte heben sollten

Dienstag, 14. August 2018

Warum auch Frauen Gewichte heben sollten

Frauen, die Gewichte heben, sind in Fitnessstudios ein rares Ereignis. Doch warum eigentlich? Nur weil frau nicht nach einem enormen Bizepsumfang oder brutaler Bauchmuskulatur strebt, heißt das nicht, dass frau keine Gewichte heben kann bzw. sollte. Auch für Frauen bietet das klassische Gewichtheben viele Vorteile, vom Verlust von Bauchfett über Stressabbau bis hin zu gesundheitlichen und motorischen Vorzügen. Trotzdem macht nur ein Bruchteil der Frauen, die Fitnessstudios besuchen, Krafttraining. Hier sind ein paar Gründe, warum man als Frau noch heute damit beginnen sollte.

Doch zunächst wollen wir ein paar Vorurteile ausräumen:

  • Man liest immer wieder davon, dass Frauen nicht aussehen wollen wir Hulk und deshalb so selten Krafttraining machen. Ob diese Angst wirklich existiert oder nur herbeigeschrieben wird, ist egal. Fakt ist, dass Frauen, die Krafttraining machen, es sehr schwer haben, wirklich Masse aufzubauen; stattdessen werden die Muskeln straffer. Der Grund dafür ist, dass Frauen nur wenig Testosteron im Körper haben.
  • Auch die Angst vor Verletzungen ist oft ein Grund, warum Frauen vor dem klassischen Krafttraining mit Gewichten zurückscheuen. Dazu muss ganz klar gesagt werden: solange man es mit den Gewichten nicht übertreibt, ist die Verletzungsgefahr bei richtiger Übungsausführung relativ gering. Damit man die Übungen aber richtig ausführt, ist es vor allem am Anfang gut, sich fachmännischen Rat zu holen. Dann ist man auf der sicheren Seite, solange man sich langsam an stets höhere Gewichte herantastet.
  • Die Angst, es nicht zu schaffen, spielt auch oft eine Rolle. Hier gilt aber wiederum dasselbe, wie bei der Angst vor Verletzungen. Das Schöne am Krafttraining ist, dass man die Gewichte an die jeweiligen persönlichen Möglichkeiten anpassen kann. Man kann es also immer schaffen.

Gute Gründe für Gewichte

  • Krafttraining verbrennt mehr Fett
    Oft hört man, dass man mit Ausdauersport beginnen soll, wenn man Fett verlieren will. Doch das stimmt nur bedingt. Macht man nur Ausdauertraining, nimmt man ab. Aber nur 75 % des verlorenen Gewichts sind Fett, der Rest Muskeln. Da die Muskelmasse aber auch den Stoffwechsel beeinflusst (mehr Muskeln brauchen mehr Kalorien) steigt die Chance, dass man wieder zunimmt mit jedem Gramm Muskelmasse, das man verliert. Optimal ist eine Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining.
  • Du verbrennst mehr Kalorien
    Krafttraining erhöht die Muskelmasse, was gleichzeitig den Grundumsatz erhöht. Stemmen Frauen Gewichte, verbrennen sie also mehr Kalorien, selbst wenn sie nur vor dem Fernseher sitzen. Studien haben ergeben, dass der Stoffwechsel bis zu 39 Stunden nach einem Krafttraining erhöht ist, weil der Körper Energie benötigt, um die Muskelfasern zu reparieren bzw. anzupassen.
  • Kleidung passt besser
    In den Jahren zwischen 30 und 50 verliert der Körper rund 10 Prozent seiner Muskelmasse; dieser Verlust an Muskeln wird meist mit Fett ausgeglichen. Das erhöht natürlich den Hüft- und Bauchumfang, denn ein Gramm Fett hat 18 % mehr Masse als ein Gramm Muskel.
    Frauen, die regelmäßig Krafttraining machen, bekommen mit der Zeit eine bessere Figur. Macht man nur Kardio, nimmt man zwar ab, aber dann ist man dünn. Definierte Muskeln dagegen betonen die natürliche Körperform.
  • Bessere Stressverarbeitung
    Die Körper von fitten Menschen schütten verglichen mit Untrainierten weniger Stresshormone aus. Außerdem sinkt der Blutdruck nach stressigen Situationen bei Menschen mit mehr Muskelmasse schneller wieder auf das Durchschnittsniveau. Je mehr Muskeln frau also hat, desto weniger Stress hat sie.
  • Vorbeugung gegen Osteoporose
    Ältere Frauen sind besonders anfällig für Osteoporose. Dem kann mit einem einfachen Mittel vorgebeugt werden. Schon vier Monate Gewichtstraining führen dazu, dass die Knochendichte zunimmt. (Natürlich ist weiteres Training dann sinnvoll, damit sie nicht wieder abnimmt.)
  • Gesünderes Herz
    Krafttraining reduziert den diastolischen Blutdruck, was zu einem um 40 % verringerten Risiko für Schlaganfälle führt und das Herzinfarktrisiko bis zu 15 % reduziert.
  • Längeres Leben
    Die Universität von South Carolina hat herausgefunden, dass die Kraft des gesamten Körpers mit einem geringeren Sterberisiko durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs verbunden ist. Die Muskelmasse reduziert auch die Wahrscheinlichkeit, eine schwere Krankheit zu entwickeln.
  • Es macht Spaß
    Das Beste kommt zum Schluss: Training mit Gewichten macht einfach Spaß, denn es ist abwechslungsreich und motiviert. Es gibt unzählige Übungen für jede Muskelgruppe. Man kann also immer wieder etwas Neues probieren und das ist allemal abwechslungsreicher als auf einem Laufband nicht von der Stelle zu kommen. Außerdem sieht man die eigenen Fortschritte (wenn man Aufzeichnungen macht), weil man sich stetig steigert. Das motiviert extrem und es bereitet Freude, wenn plötzlich ein Gewicht bewegt werden kann, das zuvor unmöglich schien.