Den inneren Schweinehund überwinden

Montag, 19. Oktober 2020

Den inneren Schweinehund überwinden

Kennen Sie das auch? Sie stehen am Morgen auf und wissen, dass der heutige Tag zäh wird. Man fühlt sich ausgelaugt, hat keine Energie und auch der Kaffee hilft nicht. Und am Abend steht ein Training an. Nein danke, das ist das Letzte, was man an so einem Tag machen will.

Hier ist die Versuchung natürlich riesengroß, das Training einfach auszulassen. Eine Entschuldigung ist schließlich schnell gefunden. Ein „Ich fühle mich nicht so gut“ oder „Zeitlich geht es sich heute eigentlich nicht aus“ sind nur ein paar Worte entfernt und sozusagen schnell bei der Hand. Dabei muss es aber gar kein mieser Tag sein, der uns das Training verunmöglicht. Oftmals reicht schon ein einzelner, negativer Gedanke.

Wir möchten für diese negativen Sätze eine Alternative anbieten. Was halten Sie von: „Nach dem Training fühle ich mich immer super. Der Kopf ist frei und mein Körper fühlt sich gut.“ Das Geheimnis sind die anderen Voraussetzungen, die ein solcher Satz schafft. Im Geiste zieht man sich mit einem solchen Satz quasi die Sportklamotten an, statt aus.

Positive Suggestionen siegen

Beeinflusst man sich selbst, so sprechen Fachleute von Autosuggestion. Das ist ziemlich vielen Menschen bekannt. Was jedoch viele nicht wissen: jeder Mensch nutzt Autosuggestion non stop, denn jeder Mensch beeinflusst sich in jeder Minute jedes Tages selbst. Schließlich können wir mit dem Denken nicht aufhören und so beeinflussen unsere Gedanken unsere Einstellung zur Welt, unsere Handlungen – einfach alles. Damit wir die Autosuggestion bewusst nutzen, brauchen wir nur von negativen auf positive Gedanken umschalten.

Am besten legen Sie sich dafür ein paar vorgefertigte Sätze parat, die Sie sich sagen können, wenn negative Gedanken auftauchen. Schreiben Sie diese Sätze auf und lesen Sie sich einmal täglich durch, bis Sie sie auswendig können. Alternativ können Sie auch Fotos verwenden, z. B. von dem Strand, an dem der nächste Urlaub stattfindet. Stellen Sie sich dann einfach vor, wie Sie mit ihrem Traumkörper lässig über den Strand schlendern. Das motiviert ungemein.

Überzeugend ist, was man will

Am Ende überzeugt uns nur, was eng mit unseren Zielen in Verbindung steht. Haben Sie seit Jahren Rückenschmerzen und jetzt endgültig die Nase voll? Dann werden Sie sich einen ganz konkreten Plan zusammenstellen, wie Sie Schritt für Schritt die Schmerzen in den Griff bekommen. Nachdem Sie diesen Plan erstellt haben, tragen Sie die Maßnahmen dafür am besten gleich in den Kalender ein. Dann steht jeden Montag, Mittwoch und Freitag bspw. Training um 17 Uhr im Kalender.

Belohnungen nicht vergessen

Diese Pläne und die positiven Suggestionen klingen gut, aber was ist mit Personen, die seit Jahren inaktiv sind? Für Sie ist es schließlich ganz besonders schwer, aus dem alltäglichen Trott auszubrechen. Sie brauchen oft mehr Unterstützung. Zwei Tipps sind dafür anfänglich gut, damit eine Gewohnheit entsteht:

  • Belohnungen: Sie müssen sich das Training nicht härter machen, als es schon ist. Belohnen Sie sich, wenn Sie beim Training waren, und zwar gleich danach. Die Belohnung sollte zu den eigenen Zielen passen. Wollen Sie abnehmen und trainieren deshalb, ist ein Eisbecher als Belohnung vielleicht keine gute Idee. Dann ist bspw. eine Episode der Lieblingsserie besser. Eine Belohnung bringt Freude und erhöht so die Wahrscheinlichkeit, dass Sie das nächste Training durchziehen.
  • Sozialer Druck: Die zweite Möglichkeit besteht einfach darin, es öffentlich zu machen, dass Sie jetzt abnehmen und regelmäßig trainieren. Das erzeugt einen subtilen sozialen Druck, schließlich will jeder Mensch als eine Person gesehen werden, die sich an die Dinge hält, die sie sagt. Es wird also wahrscheinlicher, dass Sie wirklich trainieren gehen. Wollen Sie das noch eine Stufe erhöhen, können Sie eine vertraute Person bitten, dass sie bei Ihnen regelmäßig nachfragt, wie es läuft, oder Sie auffordert, doch trainieren zu gehen.

Früher oder später entwickelt sich eine Gewohnheit. Sie wissen, dass das der Fall ist, wenn Sie ohne viel nachdenken trainieren gehen, selbst wenn Sie an diesem Tag keine Lust dazu haben. Ist die innere Motivation einmal so groß, haben Sie es geschafft. Dann ist ein Reiz von außen nicht mehr nötig.